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Energiekonzept für die Stadt Felsberg

Die Fraunhofer-Institute für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) und für Bauphysik (IBP) haben bereits Daten zum aktuellen Gebäudebestand, zu vorhandenen Wärmeerzeugern sowie zur Qualität des Stromnetzes und der Stromeinspeisung durch PV-Anlagen erhoben. Auf der Grundlage dieser Daten wird ermittelt, welche Energieeinsparungen durch Gebäudesanierungen erreicht werden können und welche Konzepte hierfür geeignet sind.

 

In einem Teilgebiet wurde die Belastung des Netzes bei einem hohen Anteil von Solarstrom gemessen. Dabei wurde festgestellt, dass in diesem Fall wesentlich mehr Strom produziert wird als vor Ort verbraucht werden kann. Dies führt dazu, dass sich die Richtung des Stromflusses umkehrt. Ein Ziel des Projekts ist es heraus zu finden, wie die Stromnetze sich entwickeln müssen, um bei weiterem Ausbau von erneuerbaren Energien auch weiterhin eine gleich bleibende Versorgungssicherheit für alle Abnehmer zu gewährleisten.

 

Die erhobenen Daten und anschließenden Analysen sind die Grundlage für das zu erstellende Energiekonzept, das Energieeinsparpotenziale sowie Ausbaupotenziale für Erneuerbare Energien ermitteln soll. „Im Wärmebereich wird uns das Gutachten neben der Gebäudesanierung, z.B. die Möglichkeiten für solarthermische Anlagen, Nah- und Fernwärmeversorgungen – basierend auf Biomasseanlagen oder auch Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen – aufzeigen. Gleiches gilt für Photovoltaikanlagen, Windkraft und Wärmepumpen im Strombereich.“, so Bürgermeister Volker Steinmetz.

 


Ganzheitliche Konzepte
In Felsberg wird ein zukunftsgerichtetes Energiekonzept erarbeitet. Neben der energetischen Sanierung der Gebäude geht es dabei auch um die Frage, welche Energie die Kommune künftig versorgt, wo und wie diese erzeugt wird und wie die Verteilung erfolgt. Als wichtige Ziele wurden die Integration regenerativer Energien und neuer Energiekonzepte sowie ein verändertes Nutzerverhalten ohne Verlust von Komfort formuliert. Denn nur ein solches Konzept hat Chancen, allen Interessen gerecht zu werden.

 

 

Wärme aus der Nähe
Wenn künftig in Felsberg der Energiebedarf aus 100 % regenerativen Quellen gedeckt werden soll, müssen die Voraussetzungen vor Ort dieses Ziel unterstützen. Deshalb prüfen Fachleute gegenwärtig, ob ein sogenanntes Nahwärmenetz umsetzbar wäre, bei dem dann über ein städtisches Leitungsnetz Wasser als Wärmespeicher und Transportmedium genutzt werden könnte.

 

 

Dynamik für Beschäftigung
Erneuerbare Energien und neue Technologien schaffen Arbeitsplätze. In einer Studie des Bundesumweltministeriums stieg der gesamte Beschäftigungsbeitrag der erneuerbaren Energien in Deutschland bis Ende 2009 auf rund 340.000 Arbeitsplätze an und hat sich seit 2004 verdoppelt. Bis 2030 werden über eine halbe Million neuer Arbeitsplätze erwartet. Auch in Felsberg stehen deshalb die regionale
Wertschöpfung und Beschäftigungsimpulse im Blickpunkt des Modellprojekts. Welche Arbeitsplätze könnten vor Ort entstehen? Welche regional ansässigen Unternehmen könnten eingebunden werden und damit Beschäftigung sichern? Wo können völlig neue Geschäftsmodelle für eine Wertschöpfung der Kommune gefunden und damit langfristig Einnahmen für Infrastrukturprojekte gesichert werden?
Der ganzheitliche Ansatz des Projekts „Regionale Energieversorgung 2020“ wird auch hierauf wirkungsvolle
Antworten finden. Dabei bleiben auch neue Nutzungskonzepte nicht außer Acht, die beispielsweise für mehr Anziehungskraft in der Innenstadt sorgen und damit auch externe Kaufkraft nach Felsberg ziehen.


 

Quelle: E.ON Mitte AG: Die Zukunft erleben - Innovation für die Region, Kassel 2011