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Energie-Kommune Felsberg
Felsberg ist Modellkommune für das Projekt „Regionale Energieversorgung 2020“
Felsberg, die „3-Burgen-Stadt“ Felsberg im unteren Edertal
25 Kilometer südlich von Kassel liegt im landschaftlich reizvollen unteren Edertal die Stadt Felsberg mit ihren aus dem Mittelalter stammenden drei Burgen. Aufgrund der Nähe und sehr günstiger Verkehrsanbindungen zum nordhessischen Oberzentrum Kassel wohnen hier auch viele Menschen im Grünen, die in Kassel arbeiten.
Seit vielen Jahren betreibt die Stadt Felsberg eine aktive Zukunftsgestaltung. So hat sich die Stadt mit zahlreichen sozialen Angeboten für die Bevölkerung einen guten Namen gemacht. Den besonders familienfreundlichen Charakter bestätigte das Land Hessen mit der Auszeichnung „Familienfreundliche Kommune“, die auch deutschlandweit Beachtung gefunden hat.
Regionale Energieversorgung 2020
Ein weiteres zentrales Zukunftsfeld befasst sich mit den Fragen der Energiesicherheit im ländlichen Raum. Die Stadt Felsberg hat den Weg zur Energiewende bereits als Vorreiter der inzwischen allgemein gesellschaftlich diskutierten Fragen eingeleitet. Der Umgang mit erneuerbaren Energien hat in Felsberg bereits seit den 1980er-Jahren Tradition. So werden z.B. das Rathaus und weitere öffentliche Einrichtungen mit Grundwasserwärmepumpen beheizt. In einer Energie- und Jugendwerkstatt wurden die zukunftsweisenden Energiealternativen zum Thema gemacht und der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Rahmen der „Lokalen Agenda 21“ veranstalteten engagierte Agenda-Akteure über mehrere Jahre die „Felsberger Energietage“, eine Informationsmesse rund um das Thema „Erneuerbare Energien“. Darüber hinaus entstand aus dem Engagement in der Lokalen Agenda heraus die Gründung der Gemeindenützlichen Genossenschaft Felsberg eG (GeGeFe).
Im kommunalen Wettbewerb „Dezentrale Energieerzeugung im Stromnetz der Zukunft“, den das Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien (deENet) gemeinsam mit der E.ON Mitte AG durchgeführt hat, wurde Felsberg in 2009 daher als Modellkommune ausgewählt. Damit war das Projekt „Felsberg – Modellkommune für Regionale Energieversorgung 2020“ geboren. Unter dem Motto „100% Erneuerbare Energien für Felsberg!“ erarbeitet die Stadt Felsberg seit 2010 in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern in den kommenden Jahren ein umfassendes Energiekonzept.
Die Projektpartnerschaft besteht aus:
- deENet (Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien)
- Fraunhofer IBP (Institut für Bauphysik)
- Fraunhofer IWES (Institut für Windenergie & Energiesystemtechnik – ehemals ISET)
- E.ON Mitte AG
- Samco Networks
- SMA Solar Technology
- Stadt Felsberg
- GeGeFe
Worum geht es in dem Projekt?
Das Energiesystem der Zukunft und Energieeinsparung sind zwei wichtige Themen unserer heutigen Zeit. Einerseits sollen Effizienzmöglichkeiten genutzt und nur so viel Energie wie nötig verbraucht werden. Andererseits streben wir an, einen möglichst hohen Anteil der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen der Region Nordhessen zu beziehen. Unsere Energieversorgung der Zukunft wird „intelligent, kommunikativ und dezentral“ sein. Das erfordert intelligente und technisch innovative Stromnetze, um den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien zu ermöglichen.
Für diese Herausforderungen werden in dem Projekt konkrete Lösungen für Felsberg entwickelt:
- Ein Energiekonzept für das gesamte Stadtgebiet wird erstellt.
- Energieeffizienzpotentiale werden genutzt.
- Ein „intelligentes Stromnetz“ (Smart Grid) wird in Niedervorschütz aufgebaut und betrieben.
- Intelligente Stromzähler werden zur Laststeuerung eingesetzt.
- Kooperationsmodelle zur Erhöhung der regionalen Wertschöpfung werden erarbeitet.
Kommunaler Arbeitskreis begleitet das Projekt
Die Bevölkerung wurde von Beginn an in den Prozess der Entwicklung mit eingebunden. In Zusammenarbeit mit den Projektpartnern fanden mehrere Auftaktveranstaltungen in verschiedenen Stadtteilen statt, um die Felsberger Bürger über das Projekt "Regionale Energieversorgung 2020" zu informieren. Insgesamt haben rund 180 Interessierte an den Abendveranstaltungen teilgenommen.
Zur Begleitung des Projektes und Beteiligung der Bevölkerung ist unter Leitung des Koordinators für Energieprojekte Heiko Fenzl ein Kommunaler Arbeitskreis ins Leben gerufen worden. Dieser Arbeitskreis versteht sich als bürgerschaftliches „Fachgremium“, in dem Bedarfe ermittelt und Ideen und Konzeptvorschläge erarbeitet werden. Hier bringen sich Bürgerinnen und Bürger, die energierelevante Gruppen repräsentieren, inhaltlich ein.
Feldversuch in Niedervorschütz
Ein „Stromnetz der Zukunft“ soll im Felsberger Stadtteil Niedervorschütz anschaulich demonstriert werden. Ab 2012 wird die praktische Umsetzung der neuen Zukunftstechnologie zur Anwendung kommen. Ziel ist es, ein zukunftsfähiges regionales Energieversorgungskonzept modellhaft zu entwickeln, das auch nach Ablauf des Projektes weiter umgesetzt wird.
Der Praxistest soll Fragen beantworten, die für jeden einzelnen Bürger relevant sind, wie z.B.:
- Welche Konsequenzen hat der Umbau von zentraler zu dezentraler Energieerzeugung für die Kommune und das eigene Umfeld?
- Wie viel Energie/CO2 kann im Haushalt durch intelligente Steuerung und Änderung des eigenen Verhaltens gespart werden?
- Was kann jeder Einzelne tun, um für sich Energiekosten zu sparen und gleichzeitig etwas für die Umwelt zu tun?
- Welche Technik wird ihn dabei zukünftig unterstützen?
Genossenschaft als lokaler Projektpartner
Mit der Gemeindenützlichen Genossenschaft Felsberg (GeGeFe) steht der Stadt Felsberg ein bürgerschaftlicher Partner zur Verfügung. Die GeGeFe übernimmt vor allem die Aufgabe, Bürger für konkrete Investitionsprojekte unter dem Dach einer Genossenschaft zu gewinnen. Sie vermittelt zwischen kommunalen Aufgaben, wirtschaftlicher Initiative und bürgerschaftlichem Engagement. Dies wird an einem Beispiel deutlich: Die Stadt Felsberg stellt der GeGeFe Dachflächen öffentlicher Gebäude zur Verfügung. Die Genossenschaft bildet bürgerschaftliche Investitionsgemeinschaften, die dann auf den öffentlichen Dachflächen Photovoltaikanlagen errichten. Neben den energiewirtschaftlichen Zielen sieht die GeGeFe einen weiteren Schwerpunkt ihres Engagements in der Belebung der Altstadt. Hier engagiert sich die Genossenschaft zum Beispiel mit der Sanierung leer stehender Häuser und der Entwicklung von Nutzungskonzepten.
Bei Rückfragen stehen Ihnen gerne zur Verfügung:
| Ansprechpartner bei der Stadt Felsberg sind: | ||
| Sabine Säck-da Silva Telefon 0561 788096-13 E-Mail: s.saeck-dasilva@deenet.org | Heiko Fenzl Telefon: 05662 502-19 E-Mail: heiko.fenzl@felsberg.de | Zum Projektpartner E.ON Mitte AG | |
| Ivonne Bonn Telefon: 0561 788096-25 E-Mail: i.bonn@deenet.org | Heinrich Kern | Zum Internet-Auftritt der Gemeindenützlichen Genossenschaft Felsberg |
