Sagen in und um Felsberg

Felsburg - Turm verwunschen

Schlüsselfrau zu Felsberg

Das Schloss Felsberg ist im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden. Lange zuvor wohnte dort eine Gräfin, die im Besitz großer Schätze war und beide, die Gräfin wie die Schätze kann der, welcher die Gelegenheit beherzt ergreift, noch heute in einem unterirdischen Gemach des jetzt verfallenen Schlosses sehen.

Von der Schlüsselfrau, wie die Felsberger sie nennen, erzählt man sich viele abenteuerliche Dinge. In der Neujahrsnacht zeigt sie sich am Schlossberg und winkt den Vorübergehenden. Denn sie soll nicht eher erlöst sein, bis der Schatz gehoben ist, welchen sie behütet.

Mancher hatte schon die Chance, doch fehlte es zur rechten Zeit an Mut, an Verstand oder Witz. Ein Mann aus der Stadt erblickte sie einst und bemerkte, dass sie ihm winkte.

Er nahm all seinen Mut zusammen und folgte der Schlüsselfrau in den Turm des Schlosses, wo sie eine Treppe hinabstiegen. Unten angekommen sah er einen Haufen Gold aufgeschichtet. Auf dem Tisch lag eine weiße Rose. Die Schlüsselfrau sagte, er möge nehmen, was ihm das Beste scheine. Da griff der Mann nach dem Golde statt nach der Rose und plötzlich war alles vor seinen Blicken verschwunden und er fand sich in der dunklen Nacht am Abhang des Schlossberges liegen.

Der Schreck führte seinen baldigen Tod herbei, doch wendete er zuvor sein Vermögen an um Länderein im Felde von Gensungen zu kaufen und diese der Kirche zu schenken, mit der Bedingung, das dafür Messen zum Seelenheil der ruhelosen Schlüsselfrau gelesen würden.

 

Burg Heiligenberg - Blick zum Aufgang

Die weiße Jungfrau vom Heiligenberge 

Unglaublich groß sind die Schätze, die tief im Innern des Heiligenberges verborgen liegen. Wer sie besäße, würde der reichste Mann der Welt sein.

Aber es hat noch kein Sterblicher die Schlüssel zu diesen Schätzen gefunden und der einzige, dem sie geboten wurden, war dumm genug, sie nicht zu nehmen. Dieser eine war ein Schäfer aus Gensungen. Er hatte, lang ist es schon her, an einem schönen Sommertag seine Herde den Berg hinaufgetrieben.

Da erschien ihm, wie aus dem Boden gewachsen, eine Jungfrau in einem langen weißen Gewand. Sie gab ihm Zeichen, dass er ihr folgen solle. Ängstlich schritt er hinter der seltsamen Erscheinung her: es öffnete sich vor ihnen eine Tür und sie traten in einen langen Gang.

Dem Schäfer wurde unheimlich zumute. Da drehte sich die Jungfrau nach ihm um, deutete schweigend auf einen Strauß Schlüsselblumen und versuchte ihm durch Zeichen verständlich zu machen, dass er den Blumenstrauß nehmen sollte. Aber der Ängstliche hatte sich schon halb zur Flucht gewendet. Mit wenigen Sätzen war er zur Tür hinaus, die alsbald mit lautem Gepolter hinter ihm zufiel.

In demselben Augenblick hörte der Schäfer von drinnen einen entsetzlichen Schrei, der ihm durch Mark und Bein drang; dann war es wieder so still und einsam wie zuvor und der Schäfer sah weder die Jungfrau noch die Tür, durch die sie gegangen waren, jemals wieder.

Der Blumenstrauß war der Schlüssel zu den Schätzen: hätte er ihn genommen, so wären all die goldgefüllten Kammern des Berges vor ihm aufgegangen, ihr Reichtum wäre sein und die Jungfrau erlöst gewesen.

Jedes Jahr im Juni wird anlässlich des Sonnenwendfeuers auf dem Heiligenberg die Sage der weißen Frau erzählt.

 

Riesenstein Wolfershausen - mit Sitzgruppe

Der Riesenstein von Wolfershausen

Mit dem Stein sind zwei Volkserzählungen verbunden:

In der breiten Aue bauten eifrige Mönche und Männer der umliegenden Ortschaften vor mehr als 800 Jahren an einem mächtigen Kloster. Jahrelang währte das Bauen. Endlich war das Kloster Breitenau fertig und frommer Mönchsgesang mischte sich mit den wuchtigen ersten Klängen der Klosterglocken.

Seit langem hatte ein boshafter Riese auf dem Lotterberg diesem frommen Treiben zugesehen. Jetzt konnte er aber seinen Hass und seine Wut nicht mehr zügeln. Einen mächtigen Felsblock riss er empor und warf ihn mit starker Hand gegen das Kloster, um es zu zertrümmern. Doch von unsichtbarer Hand aufgehalten sank der Felsblock schon vor der Ellenberger Höhe am anderen Ederufer zu Boden. Hier steht er noch und mahnt an vergangene Zeiten: Der Riesenstein von Wolfershausen.

Eine andere Variante ist, dass sich hier zwei männliche Riesen um die Riesin Nagate gestritten haben, in die sich beide verliebt hatten. Nagate war zu dem Riesen Lothar auf den Lotterberg gezogen, doch dies wollte sein Rivale Kunibert nicht akzeptieren. Er machte sich auf den Weg von dem Heiligenberg, auf dem er wohnte, und entführte Nagate beinahe vor der Nase von Lothar.

Wutschnaubend warf Lothar dem fliehenden Rivalen eine Felsscheibe hinterher, die ihn jedoch verfehlte und sich dafür in den weichen Boden rammte. Und da man sich dies immer wieder erzählte, kam der Menhir zu dem Beinamen "Riesenstein".

So erklären die Volkserzählungen den Sinn und Zweck des Menhirs, seine ursprüngliche Bedeutung und Verwendung bleibt jedoch vollkommen unbeachtet. 

Vor einiger Zeit wurden zwar Grabungen am Fuße des Riesensteins durchgeführt, um seinem Geheimnis auf diese Art vielleicht auf die Spur zu kommen. Doch bis auf wenige menschliche Knochen wurde hier nichts Spektakuläres gefunden. So geht man hier erst einmal davon aus, dass dieser Menhir ein vorgeschichtlicher Grabstein war.

Vielleicht bringt die Zukunft weitere Erkenntnisse über die Geheimnisse der großen Steine.