Geschichten in und um Felsberg

Die Felsberger Hasenschützen 

Ein Mann aus Felsberg war ins Holz gegangen, um sich einen Sack Laub zum Streuen zu sammeln. Er hielt sich immer am Saum des Waldes, wo das Feld daran stößt und als er einmal ausruhte, sah er, wie ein Hase ganz nahe vor ihm sich aufrichtete.

Langsam und vorsichtig hob der wackere Felsberger seinen Rechen, legte an und - krach! Pardauz! Da lag der Hase in seinem Blute.

Voller Verwunderung eilte der Mann, dem entgangen war, dass nicht weit hinter ihm ein Jäger stand, welcher auch auf den Hasen angelegt und ihn erschossen hatte, hinzu, fasste die Beute und beeilte sich, sie in seinem Laubsack zu verstecken.

Plötzlich fühlte er einen leichten Schlag im Nacken. Der Jäger stand hinter ihm. "Wer hat Euch erlaubt, den Hasen zu nehmen?" - "Ich - ich hab ihn erschossen!" - "So seid Ihr ein Wilddieb!" - "Ach, Herr" erwiderte treuherzig der Felsberger, "ich dachte ja nicht, dass das Ding losgehen würde." -

Seit dieser Zeit heißen die Felsberger die "Hasenschützen".



Wolfstein bei Melgershausen
  Wolfstein Melgershausen - beidseitig

Gedenkstein seit 1806 am Kesselkopf. Zur Erinnerung an den letzten Wolf in Niederhessen wurde am 5. August 1806 vom Spangenberg Forst ein Gedenkstein gesetzt. Heinrich Wilhelm Grau war von 1794 bis 1818 Oberförster in Melgershausen. In seinem Forst wurde am 18. November 1805 bei einer Treibjagd vom Rittmeister von Wolff der letzte Wolf in Niederhessen am Kesselkopf bei Melgershausen erschossen. Noch heute erinnert ein damals aufgestellter Gedenkstein an das Ereignis.

Im seinerzeit angefertigten Protokoll heißt es: Actum Wolfstein, den 5ten August 1806, nachdem auf einer, von dem Kurfürstlichen Förster Grau in Melgershausen, auf dasigem Forst am sogenannten Kessel veranstalteten und den 18ten November vorigen Jahres gehaltenen Treibjagd von dem im Kurhessischen Gensdarmes Regiment stehenden Herrn Rittmeister von Wolff ein Wolf, am Wäldchen genannt, geschossen, so wurde von mir dem Landjägermeister von Hanstein Veranstaltung getroffen: daß bei der heute auf diesem Forst gehaltenen diesjährigen Forstbereisung ein Stein an demjenigen Platz, wo dieser Wolf geschossen, auf folgende Art zu immerwährenden Andenken gesetzt werden sollte, und wurde dieser Stein mit der Inschrift, den 18ten November 1805 ist hier ein Wolf von dem Rittmeister von Wolff geschossen, gesetzt.

Wanderweg zum Wolfstein
Der Wolfstein steht seit dem 5. August 1806 im so genannten „Kessel" (Kesselkopf/368m) bei Melgershausen direkt an den Wanderwegen „G" (Quiller-Stölzinger-Weg) und am Wanderweg B7 (Bartenwetzer B7). Erreichbar vom Parkplatz am Waldrand an der L 3222 kurz hinter Melgershausen in Richtung Melsungen (etwa 2 km). Ab dem Gedenkstein „Wolfstein" erreicht man über den Wanderweg „G" in Richtung Quillerwald (Quiller/323m) in ca. 1 km die so genannte „Eselsbrücke" über den „Freitagsbach", der bei Lobenhausen in die Fulda mündet.

Weitere Informationen zum Wolfstein bei Melgershausen. (Kurt Lumm, Melsungen)  

 

Stadtteil Wolfershausen - PferdegrabDas Pferdegrab im Amselholz
 
Nördlich der Straße Deute - Wolfershausen, hart an der Grenze des Kreises Melsungen, liegt das Amselholz, wie es als Haldorfer Wald schon vor Jahrhunderten hieß, unweit vom Amselhof.

Im Amselhof findet der Wanderer eine Grabsteinplatte, über die Hans Eichel zu berichten weiß:

„Eingebettet in die Grasnarbe, umrankt von Himbeer- und Brombeerzweigen, trägt die schrägliegende Grabsteinplatte im oberen Teil zwei Pferdeköpfe, die als Halbrelief aus dem Sandstein herausgehauen und von einer stilisierten Blattranke umgeben sind. Darunter finden sich Schriftzeichen eingemeißelt. Sonne und Regen von fast einem Jahrhundert haben auf diese Schriftzeichen eingewirkt, und so muss sich der Wanderer bemühen, alle Buchstaben zu entziffern.

Die Inschrift lautet: HIER RUHEN BELLA UND ROSA - den 15TEN JUNI 1868.

Es ist die Grabstätte zweier Pferde. Um dieses Grab spann sich das Rankenwerk der Sage, bis das Rätsel gelöst werden konnte. So erzählte man in den Nachbarorten, hier ruhe das falbe Pferdepaar, das den Leichenwagen zog. Doch die geschichtliche Überlieferung weiß, dass acht Apfelschimmel jenen Trauerwagen zogen.

In Wirklichkeit handelt es sich um die beiden Pferde Bella und Rosa einer Witwe Biermann aus Kassel. Dieses besonders schöne Isabellenpaar, das weit und breit bekannt war, hatte die Besitzerin einem Bauern angeboten, nachdem die Tiere aus dem Dienst der Frau entlassen worden waren.

Da sich kein Liebhaber fand, ließ die Besitzerin sie von einem Rittmeister erschießen und im „Amselholz" begraben. Zur Erinnerung an die treuen Tiere aber wurde die Grabsteinplatte gesetzt - als Gedenkstein."